Ulf hat mich auf einen interessanten Beitrag über Leiharbeit und den damit verbundenen Lohndumping in der Pflege aufmerksam gemacht.
Der “Report Mainz” beleuchtet darin die Praktiken der Leiharbeit in der Pflege am Beispiel der Ameos Krankenhäusern, die durch Auslagerung der Stammbelegschaft an eine Leiharbeitsfirma, ihre Gewinne maximieren. Dies geschieht natürlich zu Lasten der Pflegenden und somit auch der Patienten.
Zum Beitrag: Report Mainz [Lohndumping in der Pflege]
13. August 2010 um 16:45 Uhr
Ich habe meinem Blog auch einen Beitrag über den ausstehenden Mindestlohn in der Pflege verfasst… Ich finde dieses Lohndumping einfach nur zum kotzen. Solange im laufenden Pflegenotstand Kolleginnen und Kollegen sich immer noch ausbeuten lassen werden solche Personalüberlassungsfirmen weiterhin ihr Dumping fortführen können…
13. August 2010 um 17:00 Uhr
Ich glaube nicht, dass die lieben Kolleginnen und Kollegen sich freiwillig ausbeuten lassen. Durch befristete Verträge haben viele gar keine andere Wahl, als zu den Leasingfirmen zu wechseln, wenn sie nicht ihre bereits standortgebundene Existenz verlassen wollen… Zwickmühle!
25. August 2010 um 13:52 Uhr
Du hast als arbeitsloser Mensch nur noch die Wahl zwischen dem drohenden HarztIV und damit dem Verlust absolut aller denkbaren Vermögenswerte und Standards oder der Not, in die Zeitarbeit zu gehen.
Dort kenne ich inzwischen durch die mir anvertrauten Menschen die gesamte Bandbreite. Von 6,30 € brutto bis 11,80 € bei einfachen Fachkräften ist da alles drin. Selbst beim Standardlohn von 7,53 € brutto schaffen es viele nicht mehr, ihre Wohnung und die Fahrtkosten zu bezahlen. Irgendetwas bleibt da auf der Strecke.
Die aus der Zeitarbeit kommenden Kollegen meinen am Anfang noch, es läge eben an den teuren Wohnungen. Bis sie das gesamte Elend durch unsere Teilnehmer erfassen. Dann schweigen sie still und denken an ihre Provisionen, die sie kassiert haben.
Allerdings wissen die Arbeitgeber sehr genau, dass die Zeitarbeitsanbieter sich gegenseitig kaputt machen wollen. Sie zahlen inzwischen teilweise nur noch 15 € incl. Mwst. für einen Helfer pro Stunde. Und es gibt leider noch immer genug “Personaldienstleister” und leider auch Arbeitnehmer, die sich mit solch einem Wahnsinn zufrieden erklären.
Boykott wäre eine Möglichkeit, doch dazu ist das Volk zu uneinig und zu feige. Verbot ist die einzige Chance, so verrückt das auch klingt. Und ein Preissteigerungsverbot für elementare Waren und Güter. Doch das ist blanke Utopie.
Vernunft könnte helfen. Schöner Traum.