Herr Pfleger

Aber warum, Herr Pfleger?

∞ DBfK – Intensivfachkraft in 3 Jahren – Lückenbüsser und Sackgasse

Die Träger stehlen sich aus der Verantwortung für den selbst verursachten Pflegepersonalmangel. Statt in die Arbeitsbedingungen zu investieren, erfindet man neue Qualifikationen, die den fachlichen Anforderungen nicht gerecht werden und zudem eine Sackgasse darstellen. Der ständige Abbau von Pflegestellen, die sinkende Bereitschaft der Kliniken Mitarbeiter weiterzubilden und die sich ständig verschlechterndenArbeitsbedingungen der Pflegefachberufe haben diese Problematik noch verschärft.

Auch der DBfK hat sich zum Modellvorhaben Intensivfachpfleger geäußert.

∞ Intensivpflegefachkraft | Klinikverbund-Südwest

Mit der Modellausbildung zur Intensivfachpflegekraft betritt der Klinikverbund Südwest Neuland in der deutschen Pflegebildungslandschaft. Die Ausbildung hat deshalb noch keine staatliche Anerkennung. Im Rahmen dieser grundständigen 3jährigen Pflegeausbildung erwirbt der Schüler jedoch nach ca. 1 Jahr Ausbildung den staatlichen Abschluss zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer.

Ich kann über dieses Modellvorhaben nur den Kopf schütteln.

Im Rahmen der heutigen Hochleistungsmedizin, die auf unseren Intensivstationen praktiziert wird, ist der Kontakt mit der betreuenden Pflegekraft unglaublich wichtig für den Patienten. Zeit für die Vermittlung und Entwicklung von empathischen Fähigkeiten sehe ich in dem Konzept der Intensivpflegekraft nicht.

Im Laufe der regulären Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in werden die Praxiseinsätze auf den Intensivstationen häufig ins 3. Lehrjahr oder ans Ende des 2. Lehrjahres gelegt. Der Gedanke da hinter ist, dass die Auszubildenden vorbereitet werden bzw. dann bereits “reif” genug sind für den Einsatz und die damit verbundenen Erfahrungen auf einer Intensivstation.  Ich finde diesen Ansatz und die Überlegung dahinter sehr menschlich.

Das Modellvorhaben zeigt mal wieder, dass immer weniger Rücksicht auf die Menschlichkeit gelegt wird und nur noch das “Funktionieren” zählt.

Über die Qualität der Ausbildung müssen wir glaub ich gar nicht erst reden…

∞ Sommertag…

Paul - Alltagimrettungsdienst Blog:

Keine fünf Minuten später biegen wir in die Phantomstraße ein. Die Hausnummer 18 ist noch knapp hundert Meter entfernt, doch wir können schon die leblose Person mit einem grau-blauen Gesicht auf dem Boden liegen sehen. Einige Passanten stehen herum, alle starren, keiner tut etwas. ‚Das wird ne Rea’ schießt es mit durch den Kopf.

Leider, leider immer noch Realität, dass die Passanten schauen und gaffen und in der Zeit wird das Gehirn hypoxischer und hypoxischer…