Herr Pfleger

Aber warum, Herr Pfleger?

∞ Kognitive Defizite nach Krankenhausaufenthalt bei alten Menschen

The New Old Age Blog: After Hospitalization, Mental Trouble for Elderly Patients:

“Essentially, it’s as if people became 10 years older, from a cognitive standpoint, than they actually were before a hospitalization,” Dr. Wilson said.
Especially vulnerable to this effect were patients with more serious illnesses who stayed in the hospital for longer periods of time, and patients who started experiencing worsening memory and thinking problems before they were admitted.

Interessante Studie.

∞ Burnout von Pflegekräften ein internationales Problem

Geld ist allerdings nicht der einzige Faktor, der die Zufriedenheit beeinflusst, sonst hätten die Pflegekräfte in Irland und Finnland den Kliniken nicht so gute Noten geben dürfen, schreiben die Autoren. In Norwegen allerdings waren die guten Ergebnisse aufgrund der dortigen guten finanziellen Ausstattung erwartet worden. In Norwegen kommen 5,4 Patienten auf eine Pflegekraft, Deutschland war hier mit einem Personalschlüssel von 13,0 das Schlusslicht.

Ein Personalschlüssel von 13,0 – ich finde das echt heftig und nicht verwunderlich, dass die Pflegekräfte nicht zufrieden sind.

∞ Streit um teure Medikamente

Dagegen empfindet die Organisation Ärzte ohne Grenzen das Urteil von Bombay als einen “Meilenstein” im Interesse der Patienten. “Patentmonopole sind kein Freifahrtschein für überhöhte Preise”, sagt der Mediziner Phillip Frisch. Pharmafirmen würden ihre lukrativen Monopole auf Kosten von Patienten in ärmeren Ländern mit allen Mitteln verteidigen. “Es handelt sich auf keinen Fall um eine verrückte Enteignung, die sich die Inder ausgedacht haben”, meint Frisch. Er fordert weitere Hersteller von Nachahmer-Produkten in Indien auf, sich um Zwangslizenzen zu bemühen, zum Beispiel für Aids-Medikamente.

Ich sehe darin eine positive Entwicklung, wenn sich Regierungen um den Zugang zu lebenserhaltenden Medikamenten kümmern.

∞ Pflegeausbildung vor dem Umbruch

Die Pflegeausbildung in Deutschland steht vor einem Umbruch. Statt Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegern soll es künftig einheitlich Pflegefachkräfte geben.
Neu eingeführt werden soll die akademische Ausbildung zur “Generalistischen Pflegefachkraft”.

Da bin ich ja mal gespannt, was aus diesem Vorhaben wird. Statt dem Krankenpflegegesetz sollen wir das Pflegeberufegesetz bekommen.

Positiv finde ich ja, dass an den Zugangsvorraussetzungen und der Dauer der Ausbildung nicht gerüttelt werden soll.

∞ Euphemismus statt Berufsalltag

Roland Brühe:

Oder die (oft beiläufigen) Gespräche über die persönliche Zukunft, wenn es wieder nach Hause geht und das Zurechtkommen in der Wohnung völlig zweifelhaft erscheint. Die im Krankenhaus diagnostizierte chronische Erkrankung, die einen Wandel des gewohnten Lebens erfordert. Das Gespräch mit den Eltern, die mit der zwar wiederbelebten aber unwiderruflich geistig beeinträchtigten Tochter leben müssen und wollen. Dies ist nicht in werbewirksamen Bildern auf Postkarten zu drucken. Derartige Situationen stellen aber die Realität dar. Und da denke ich immer wieder, inwieweit man Interessenten am Pflegeberuf nicht etwas vormacht, wenn man mit derartigen Bildern auf hübschen Postkarten für einen Beruf wirbt, der sich als wesentlich tiefgründiger, herausfordernder und mitnehmender als in der Werbewelt darstellt.

Ich glaube Pflege ist einfach nicht werbetauglich – wie soll man es auch schaffen, diesen multidimensionalen Beruf auf ein paar wenige Schlagwörter zu sterilisieren?

Und Werbung kann auch nur funktionieren, wenn das beworbene “Produkt” auch attraktiv ist.

Dank politischer Desinteresse und prekären Arbeitsbedingungen sehe ich deutlichen Nachholbedarf bei der Attraktivitätssteigerung der Pflege. Wenn dort angesetzt wird, sehe ich vielleicht die Chance, dass auch Werbekampagnen für den Beruf als Pflegekraft erfolgreich sein können.

∞ Die Zukunft der Medizin: Die personalisierte Pille

Für jeden Patienten die beste Behandlung herauszufinden – das ist das Ziel von Hans Lehrach, der am Max-Planck-Institut die Abteilung Wirbeltier-Genom leitet. Bevor die Spritze gesetzt oder die Infusion gelegt wird, soll die jeweilige Therapie erst einmal am Computer simuliert werden.

Interessantes Forschungsprojekt und ein netter Ausblick in die Zukunft.

∞ Nationale Umfrage unter amerikanischen Intensivpflegekräften: Monitoring for Intolerance to Gastric Tube Feedings

Monitoring for Intolerance to Gastric Tube Feedings: A National Survey:

Practice among the 2298 critical care nurses varied widely. Many of the survey respondents are practicing in ways that can unnecessarily diminish the delivery of calories to patients. Protocols based on current enteral nutrition guidelines must be developed and implemented in practice settings.

Die Umfrage der “American Association of Critical-Care Nurses” hat gezeigt, dass es große Unterschiede gibt bei der Bestimmung der “enteralen Toleranz” der enteralen Ernährung und der Reaktionen auf das Bestimmungsergebnis.

Wie sieht denn bei Euch die Überprüfung der gastrointestinale Toleranz der enteralen Ernährung aus? Messung des Magenresidualvolumens, also des Refluxes? Ab wann pausiert ihr Gaben der Ernährung?

∞ Deutsches Ärzteblatt: 86 Prozent der Pflegekräfte im Krankenhaus sind Frauen

Die meisten Pflegekräfte im Krankenhaus sind nach wie vor Frauen. 2010 stellten sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Dienstag 86 Prozent der rund 406.000 Mitarbeiter. Auch im nichtärztlichen Krankenhausdienst überwog der Frauenanteil.

Das der Frauenanteil überwiegt war mir schon klar, aber dass nur 14% aller Pflegekräfte männlich sind, hätte ich nicht gedacht. Ich hätte so mit um die 20% geschätzt.

Wie sieht es denn bei Euch konkret auf Station aus? Reines Frauenteam? Gut gemischt?

Ist es bei Euch auch so, dass Männer vorwiegend in den Funktions- oder Intensivbereichen zu finden sind?