Herr Pfleger

Aber warum, Herr Pfleger?

∞ Expertenstandard: Pflegebedürftige sollen mobiler werden

Deutsches Ärzteblatt:

[...] Ausschlaggebend für das Thema war den Vertragsparteien zufolge der Aspekt, dass viele pflegebedürftige Menschen sich nicht selbstständig beziehungs­weise nur stark eingeschränkt bewegen können und ihre Lebenqualität stark beein­trächtigt. Der Expertenstandard soll Pflegekräften auf Grundlage pflegewissen­schaftl­icher Erkenntnisse und pflegepraktischer Erfahrungen diesbezüglich Handlungskorridore aufzeigen. [...]

Da bin ich ja mal gespannt, welche Handlungskorridore uns aufgezeigt werden. Der erste Entwurf soll im Juni 2014 vorliegen.

∞ Krankenkassen bescheinigen Pflegebranche Fortschritte

Die Zeit:

Bei anderen Pflegeproblemen offenbarten sich jedoch noch Schwächen, etwa beim Vermeiden von Druckgeschwüren. Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit Dekubitus-Risiko fehlte die erforderliche Prophylaxe wie etwa Lagerungswechsel oder geeignete Hilfsmittel vollständig oder teilweise. Im Vergleich zum Bericht von 2007 habe sich da nichts verbessert, heißt es.

Was brauchte man nochmal, um Lagerungsintervalle einzuhalten? Ach stimmt, einen menschenwürdigen Personalschlüssel mit qualifiziertem Pflegepersonal! Falls es jemand vergessen sollte.

∞ „Nicht jeder kann pflegen“

Pflegewissenschaftler Michael Isfort:

Die Mitarbeiter müssen sich zudem an Qualitätssicherungen beteiligen, sie müssen umfassende Hilfepläne und Konzepte erstellen können. Im Krankenhaus habe ich aktuell untersucht, dass Pflegekräfte auf Intensivstationen in hohem Maß die Therapien steuern und wichtige Entscheidungen treffen – zum Beispiel, wie ein Beatmungsgerät eingestellt wird. Das erfordert umfassendes Wissen. Die Chance, eine immer anspruchsvoller werdende Ausbildung zu bestehen, ist höher, wenn jemand schulisch gut darauf vorbereitet ist. Das spricht eindeutig dafür, eine zwölfjährige Schulbildung zur Voraussetzung zu machen. Auf diese Weise wird Pflege als Beruf auch attraktiver. Und attraktiver muss sie werden, wenn wir es schaffen wollen, dass es künftig ausreichend Pflegekräfte in Deutschland gibt.

Moment, gab es da nicht auch eine Alternative, falls es dann doch nicht mehr genug qualifizierte Pflegekräfte in Deutschland gibt – stimmt, die Hartz-4-Empfänger.

Dass die Politik begonnen hat, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen, obwohl sie schon vor einem Jahr große Töne gespuckt haben.