„Wir wissen, dass viele Pflegekräfte wegen der hohen Belastung in die Teilzeittätigkeit flüchten.“ Manche kehrten der Pflege ganz den Rücken oder gingen ins Ausland. „Diese Trends gilt es zunächst zu stoppen“, erläuterte der DPR-Präsident.

Das kann ich nur unterschreiben, da ich selbst zu der Gruppe gehöre, die der Pflege teilweise den Rücken zugewendet hat.

Expertenstandard: Pflegebedürftige sollen mobiler werden

[...] Ausschlaggebend für das Thema war den Vertragsparteien zufolge der Aspekt, dass viele pflegebedürftige Menschen sich nicht selbstständig beziehungs­weise nur stark eingeschränkt bewegen können und ihre Lebenqualität stark beein­trächtigt. Der Expertenstandard soll Pflegekräften auf Grundlage pflegewissen­schaftl­icher Erkenntnisse und pflegepraktischer Erfahrungen diesbezüglich Handlungskorridore aufzeigen. [...]

Da bin ich ja mal gespannt, welche Handlungskorridore uns aufgezeigt werden. Der erste Entwurf soll im Juni 2014 vorliegen.

Studie zum „Pflege-TÜV“: Pflegenoten sorgen nicht für bessere Qualität in stationären Einrichtungen

Die Hamburger Fern-Hochschule und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz haben die Ergebnisse einer Begleitforschung zur Umsetzung der Pflege-Transparenzvereinbarung veröffentlicht. Das war diese Sache mit den Pflegenoten, der politisches Ziel ist es, die von den Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege erbrachten Leistungen und deren Qualität für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar zu machen (§ § 115 Abs. 1a SGB XI).

Schwerpunkte dieses Teils der Untersuchung waren die Bedeutung der Qualitätsprüfungen für die Einrichtungen und die daraus resultierenden Anreize bzw. Verhaltensänderungen auf Anwenderseite. Die Wissenschaftler der HFH fanden heraus, dass sich die Prüfnoten in den Einrichtungen in Rheinland-Pfalz zwar im Durchschnitt verbessert haben. Einen Hinweis auf höhere Pflegequalität liefere diese Erkenntnis jedoch noch nicht. Einfluss auf die besseren Noten habe ferner ein routinierterer Umgang mit der für die Bewertung notwendigen Dokumentation seitens der Einrichtungen und der Prüfer. „Mit den derzeitigen Transparenzkriterien kann offensichtlich weniger die pflegerische Ergebnisqualität beurteilt werden als vielmehr die Anpassungsfähigkeit der Einrichtungen an ein bestehendes Prüfverfahren“, sagt Professor Dr. Johannes Möller, Dekan des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der HFH. „Zudem werden scheinbar ungünstige Anreize gesetzt – und zwar für eine Umlenkung von Ressourcen von der direkten Pflege hin zu Dokumentationsaufgaben.“

Ich bin mal gespannt, wie auf diese Ergebnisse politisch reagiert werden. Ist mehr Dokumentation gefordert, geht diese Zeit natürlich von der Pflege am Bett verloren.

Pfleger auf Augenhöhe mit Ärzten

[...] Die Ärzte sprechen sich für die Delegation ärztlicher Leistungen aus. Den Vorteil, den sie sehen: Es bliebe mehr Zeit für die Patienten.

“Wir müssen dahin kommen, dass die eine oder andere Tätigkeit, die vorher der Assistenzarzt gemacht hat, nun die besonders qualifizierte Pflegekraft macht”, hatte Dr. Max Kaplan, Präsident der bayerischen Landesärztekammer, in einem Interview mit der “Ärzte Zeitung” gesagt.

Eine Delegation zur reinen Entlastung der Ärzte kommt für den DBfK aber nicht infrage. Stöcker betont: “Wenn die Pflege heilkundliche Aufgaben erhält und dadurch Verantwortung übernimmt, muss sie auch die Vergütung bekommen.”

Sie spricht sich daher für Substitution und Allokation aus – fordert also, die Aufgaben neu zu verteilen: “Im Grunde genommen müssen die heilkundlichen Aufgaben im deutschen Gesundheitswesen hinsichtlich der Zuständigkeit auf den Prüfstand. Diese Omnipotenz der Ärzte bei der Gesamtverantwortung ist nicht mehr zeitgemäß.”

Das sehen die Mediziner anders, eine Substitution lehnen sie kategorisch ab. Denn “das würde das Recht des Patienten auf eine Behandlung nach fachärztlichem Standard unterlaufen und zu einem Qualitätsabfall und einer Unwirtschaftlichkeit in der Versorgung führen”, wie es in einer gemeinsamen Resolution von 15 ärztlichen Spitzenverbänden heißt. [...]

Ich glaub, dass das die richtige Richtung ist, aber bis dies umgesetzt ist, wird noch einige Zeit vergehen. Wichtig ist definitiv, was Frau Stöcker auch hervorhebt, dass mit der Verbreiterung des Aufgabenspektrums für Pflegende auch eine Anpassung der Vergütung einhergeht.

Die Etablierung einer Pflegekammer wäre aber ein erster Schritt, um dem Berufstand Pflege mehr Gewicht zu verleihen und die Interessen der Pflegende in dieser Entwicklung adäquat zu vertreten.

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