Wer hilft den alten Leuten, wer sagt ihnen, wo sie gut und sicher aufgehoben sind? Die Autoren geben diese Frage an den Leser zurück, erinnern ihn daran, dass er selbst der alte Mensch von morgen ist. Wer im Alter gut gepflegt sein will, muss jetzt für andere Zustände einzutreten. Schaut hin, geht in den Heimen vorbei, macht euch selbst ein Bild, lautet die Aufforderung des Buches.

Ich hatte bisher nur wenige Einblicke in die Welt der Alten- und Pflegeheime, aber ich glaube, dass durch Rationierungsmaßnahmen dort teilweise katastrophale Zustände herrschen.

Und der Versuch, die Problematik mit dem Pflege-TÜV in Griff zu bekommen, ist absolut gescheitert. Vielleicht muss doch im großen Maßstab geklagt werden

„Wir wissen, dass viele Pflegekräfte wegen der hohen Belastung in die Teilzeittätigkeit flüchten.“ Manche kehrten der Pflege ganz den Rücken oder gingen ins Ausland. „Diese Trends gilt es zunächst zu stoppen“, erläuterte der DPR-Präsident.

Das kann ich nur unterschreiben, da ich selbst zu der Gruppe gehöre, die der Pflege teilweise den Rücken zugewendet hat.

Expertenstandard: Pflegebedürftige sollen mobiler werden

[...] Ausschlaggebend für das Thema war den Vertragsparteien zufolge der Aspekt, dass viele pflegebedürftige Menschen sich nicht selbstständig beziehungs­weise nur stark eingeschränkt bewegen können und ihre Lebenqualität stark beein­trächtigt. Der Expertenstandard soll Pflegekräften auf Grundlage pflegewissen­schaftl­icher Erkenntnisse und pflegepraktischer Erfahrungen diesbezüglich Handlungskorridore aufzeigen. [...]

Da bin ich ja mal gespannt, welche Handlungskorridore uns aufgezeigt werden. Der erste Entwurf soll im Juni 2014 vorliegen.

Studie zum „Pflege-TÜV“: Pflegenoten sorgen nicht für bessere Qualität in stationären Einrichtungen

Die Hamburger Fern-Hochschule und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz haben die Ergebnisse einer Begleitforschung zur Umsetzung der Pflege-Transparenzvereinbarung veröffentlicht. Das war diese Sache mit den Pflegenoten, der politisches Ziel ist es, die von den Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege erbrachten Leistungen und deren Qualität für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar zu machen (§ § 115 Abs. 1a SGB XI).

Schwerpunkte dieses Teils der Untersuchung waren die Bedeutung der Qualitätsprüfungen für die Einrichtungen und die daraus resultierenden Anreize bzw. Verhaltensänderungen auf Anwenderseite. Die Wissenschaftler der HFH fanden heraus, dass sich die Prüfnoten in den Einrichtungen in Rheinland-Pfalz zwar im Durchschnitt verbessert haben. Einen Hinweis auf höhere Pflegequalität liefere diese Erkenntnis jedoch noch nicht. Einfluss auf die besseren Noten habe ferner ein routinierterer Umgang mit der für die Bewertung notwendigen Dokumentation seitens der Einrichtungen und der Prüfer. „Mit den derzeitigen Transparenzkriterien kann offensichtlich weniger die pflegerische Ergebnisqualität beurteilt werden als vielmehr die Anpassungsfähigkeit der Einrichtungen an ein bestehendes Prüfverfahren“, sagt Professor Dr. Johannes Möller, Dekan des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der HFH. „Zudem werden scheinbar ungünstige Anreize gesetzt – und zwar für eine Umlenkung von Ressourcen von der direkten Pflege hin zu Dokumentationsaufgaben.“

Ich bin mal gespannt, wie auf diese Ergebnisse politisch reagiert werden. Ist mehr Dokumentation gefordert, geht diese Zeit natürlich von der Pflege am Bett verloren.

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