Das Video zeigt Model Rico Genest, wie er sich seine “Haut” abwäscht und darunter anatomische Strukturen zu Tage kommen lässt. Weiterlesen
∞ Euphemismus statt Berufsalltag
Roland Brühe:
Oder die (oft beiläufigen) Gespräche über die persönliche Zukunft, wenn es wieder nach Hause geht und das Zurechtkommen in der Wohnung völlig zweifelhaft erscheint. Die im Krankenhaus diagnostizierte chronische Erkrankung, die einen Wandel des gewohnten Lebens erfordert. Das Gespräch mit den Eltern, die mit der zwar wiederbelebten aber unwiderruflich geistig beeinträchtigten Tochter leben müssen und wollen. Dies ist nicht in werbewirksamen Bildern auf Postkarten zu drucken. Derartige Situationen stellen aber die Realität dar. Und da denke ich immer wieder, inwieweit man Interessenten am Pflegeberuf nicht etwas vormacht, wenn man mit derartigen Bildern auf hübschen Postkarten für einen Beruf wirbt, der sich als wesentlich tiefgründiger, herausfordernder und mitnehmender als in der Werbewelt darstellt.
Ich glaube Pflege ist einfach nicht werbetauglich – wie soll man es auch schaffen, diesen multidimensionalen Beruf auf ein paar wenige Schlagwörter zu sterilisieren?
Und Werbung kann auch nur funktionieren, wenn das beworbene “Produkt” auch attraktiv ist.
Dank politischer Desinteresse und prekären Arbeitsbedingungen sehe ich deutlichen Nachholbedarf bei der Attraktivitätssteigerung der Pflege. Wenn dort angesetzt wird, sehe ich vielleicht die Chance, dass auch Werbekampagnen für den Beruf als Pflegekraft erfolgreich sein können.


