Herr Pfleger

Aber warum, Herr Pfleger?

∞ Krankenkassen bescheinigen Pflegebranche Fortschritte

Die Zeit:

Bei anderen Pflegeproblemen offenbarten sich jedoch noch Schwächen, etwa beim Vermeiden von Druckgeschwüren. Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit Dekubitus-Risiko fehlte die erforderliche Prophylaxe wie etwa Lagerungswechsel oder geeignete Hilfsmittel vollständig oder teilweise. Im Vergleich zum Bericht von 2007 habe sich da nichts verbessert, heißt es.

Was brauchte man nochmal, um Lagerungsintervalle einzuhalten? Ach stimmt, einen menschenwürdigen Personalschlüssel mit qualifiziertem Pflegepersonal! Falls es jemand vergessen sollte.

∞ Hunderttausende Heimbewohner falsch gepflegt

Der Tagesspiegel:

Hochgerechnet drohen demnach jedem zweiten der rund 700 000 Heimbewohner Druckgeschwüre durch falsche Lagerung, bei mehr als 40 Prozent der Gefährdeten fehlt es an entsprechender Vorsorge. Und 20 Prozent der Pflegebedürftigen, also etwa 140 000 Menschen, werden hinter Bettgittern verwahrt oder im Rollstuhl festgegurtet – jeder zehnte davon ohne die vorgeschriebene richterliche Genehmigung.

Auf Ursachen dieser Umstände geht sowohl der Prüfgericht als auch der Artikel nicht ein.

∞ „Nicht jeder kann pflegen“

Pflegewissenschaftler Michael Isfort:

Die Mitarbeiter müssen sich zudem an Qualitätssicherungen beteiligen, sie müssen umfassende Hilfepläne und Konzepte erstellen können. Im Krankenhaus habe ich aktuell untersucht, dass Pflegekräfte auf Intensivstationen in hohem Maß die Therapien steuern und wichtige Entscheidungen treffen – zum Beispiel, wie ein Beatmungsgerät eingestellt wird. Das erfordert umfassendes Wissen. Die Chance, eine immer anspruchsvoller werdende Ausbildung zu bestehen, ist höher, wenn jemand schulisch gut darauf vorbereitet ist. Das spricht eindeutig dafür, eine zwölfjährige Schulbildung zur Voraussetzung zu machen. Auf diese Weise wird Pflege als Beruf auch attraktiver. Und attraktiver muss sie werden, wenn wir es schaffen wollen, dass es künftig ausreichend Pflegekräfte in Deutschland gibt.

Moment, gab es da nicht auch eine Alternative, falls es dann doch nicht mehr genug qualifizierte Pflegekräfte in Deutschland gibt – stimmt, die Hartz-4-Empfänger.

Dass die Politik begonnen hat, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen, obwohl sie schon vor einem Jahr große Töne gespuckt haben.

∞ Studie bestätigt, dass Gewalt gegen Rettungskräfte im Einsatz häufig vorkommt

Deutsches Ärzteblatt:

Gewalt gegen Rettungskräfte im Einsatz sind keine Einzelfälle. 98 Prozent der Rettungskräfte in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben bereits verbale Gewalt erlebt. Von Erfahrungen mit mindestens einem aggressiven Übergriff berichten 59 Prozent.

Die Studie von Julia Schmidt empfiehlt auch, dass das Thema Gewalt gegenüber Rettungskräfte fester Bestandteil der Ausbildung werden soll.

Wie sieht es denn bei Euch aus, war Gewalt und Deeskalationstaktiken Thema Eurer Ausbildung? Vielleicht weiß ja Chris oder Hermione mehr…

Ob es Thema meiner Krankenpflegerausbildung war, kann ich nicht mehr sagen…

 

∞ Koffein erhöht Tränenproduktion

Bei Patienten, die Kaffee oder Tee vertragen, spricht jedenfalls nichts gegen einen Therapieversuch (bitte in oraler Form und nicht etwa als Augentropfen). Die American Academy of Ophthalmology macht jedoch darauf aufmerksam, dass die Keratokonjunktivitis sicca wegen der möglichen Schädigung der Hornhaut eine ernstzunehmende Erkrankung ist und deshalb augenärztlich betreut werden sollte.

Das erklärt, warum ich eigentlich nie über trockene Augen zu klagen habe :)

Achja, Danke liebe Ärzteblatt für den Hinweis auf die Applikationsart…

∞ Polizist überlebt Messerattacke mit massiver Gehirnbeteiligung – Luckiest Unlucky Man

“He is probably the luckiest unlucky man you could ever have,” Dr. Bederson said at a news conference in New York.

The folding knife’s three-inch blade passed half an inch below structures that control motor functions and another half-inch from structures that control vision. It touched the nerve that gives sensation to the face and nicked, but did not penetrate, a major artery, Dr. Bederson said.

“It was a millimeter from everything; it was ridiculous,” he said later in an interview. “You don’t want to overemphasize, but he was at death’s door. He was minutes away from crashing.”

Ich finde solche neurochirurgischen Geschichten immer unglaublich faszinierend – der Mann hatte ein verdammtes Messer in seinem Kopf stecken und wird wieder vollständig am täglichen Leben teilhaben können.

 

∞ TV-Tipp: Die letzte Aufgabe: Mensch bleiben am Ende des Lebens

Hart aber Fair, heute am 16. April 2012 um 21:00 Uhr im Ersten.

In unserer Gesellschaft ist der Tod Tabu geworden – verdrängt aus Angst vorm Sterben. Deshalb wird bei hartaberfair darüber geredet: Wie viel Hilfe gut ist beim Sterben, was Trost bringt und warum Verdrängung nicht hilft. Ein Gespräch über die letzten Tage im Leben und einen menschlichen Tod.

Wiederholungen:
17.04.2012
Das Erste, 02:40 Uhr
WDR, 08:45 Uhr
3sat, 10:15 Uhr
EinsExtra, 20:15 Uhr

18.04.2012
EinsExtra, 07:45

∞ Organtransplantation: Wann ist ein Mensch tot?

Die Grenze zwischen Tod und Leben ist biologisch nicht definierbar. Bestimmbar ist nur der Hirntod. In Deutschland heißt Hirn in diesem Zusammenhang: Hirnstamm, Großhirn und Kleinhirn. In Großbritannien nur: Hirnstamm. Wie kann man zum jetzigen Zeitpunkt hundertprozentig sicher sein, dass alle drei Hirnbereiche der Frau definitiv erloschen sind?

Guter Artikel auf Zeit Online über das Thema “Organtransplantation”.

∞ Adipositas und Diabetes durch Schichtarbeit

Die Kombination aus Schlafmangel und der Veränderung des Tag-Nacht-Rhythmus wirkte sich laut Buxton nachhaltig auf den Energiestoffwechsel aus. Die metabolische Rate (Grundumsatz) sank und die postprandialen Glukosewerte stiegen an, weil die Insulinsekretion nachließ.

Das hört sich ja vielversprechend an für uns, die wir ja eigentlicht durchgehend im Schichtdienst und mit einem unregelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus leben.