Pflege

[Examenshappen] Pflegetheorien

Pflegetheorien sind für mich ein rotes Tuch, jedoch sind sie Thema im Examen und deshalb eine kurze Zusammenfassung der Thematik.

Im Groben lassen sich die Theorien in drei Gruppen unterteilen und daraus Pflegemodelle ableiten:

  1. Bedürfnistheorien
  2. Interaktionstheorien
  3. Ergebnistheorien

Bedürfnistheorien:
Bei diesen Theorien geht es um die Lösung von Problemen, der Erfüllung von Ergebnissen bzw. der Hilfe bei Defiziten. Es steht also ein Bedürfnis/Problem/Defizit im Vordergrund welches ganz pragmatisch gelöst werden muss.

Virginia Henderson formulierte damals die 14 Grundbedürfnisse/needs des Menschen, Nancy Roper benannte 12 Lebensaktivitäten (LA), Liane Juchli entwickelte die 12 Aktivitäten des täglichen Lebens und diese wurden dann nochmal von Monika Krohwinkel zu den Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens erweitert (13).

Wichtig bei dem Modell von Krohwinkel ist der 13. Punkt „Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen“ – z.B. die Zeit nach dem Krankenhaus könnte eine existentielle Erfahrung des Lebens sein, die vom Patienten entweder als existenzfördernd (Wohlbefinden/Unabhängigkeit) eingeschätzt werden kann oder auch als existenzgefährdend (Sorge, Angst, Isolation).

Auch das Pflegemodell von Dorothea Orem, welchem Selbstpflegedefizite bzw. Selbstfürsorgedefizite, die kompensiert werden müssen, zu Grunde liegen, gehört zu den Bedürfnistheorien.

Einfach gesagt: Wird eines der formulierten Bedürfnisse nicht befriedigt, so ist der Patient pflegebedürftig bzw. benötigt der Patient Hilfe bei der Kompensation des Defizits des nicht erfüllten Bedürfnisses.

Interaktionstheorien:
Die Kommunikation und die Beziehung zwischen Patient und Pflegekraft stehen hier im Vordergrund, weshalb diese Theorien auch Kommunikationstheorien heißen.

Vetreter dieser Theorie: Hildegard Peplau, Imogene King

Ergebnistheorien:
Bei diesen Theorien wird die Pflege aus der Sicht des gewünschten Ergebnisses entwickelt.
Vetreter sind hier Roger und Callista Roy.


Über den Autor

Matthias Ulbricht

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

3 Kommentare

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  • Ich kann verstehen, wenn Schüler Probleme damit haben, Pflegetheorien zu verstehen. Das liegt daran, dass es eben Theorien sind ;-) und dass viele Lehrer das nicht so gut rüber bringen. Ganz lecker ist auch, fünf oder sechs Theorien in einem Block „um die Ohren gehauen zu kriegen“ und dann nie wieder was davon zu hören, außer zum Examen, natürlich!
    Wir haben zur Unterstützung unserer Schüler einen E-Learning Kurs eingerichtet, den Sie über folgende URL erreichen:
    http://www.pflege-paedagogik.de/moodle/
    Wenn Sie zum ersten mal auf der Seite sind, müssen Sie sich registrieren.
    Über eine Rückmeldung, ob Ihnen dieses Angebot etwas bringt, freuen wir uns.

  • Große Theorien, wie Orem, sind für die Praxis auch kaum geeignet. Es sind eben Theorien, dies wurde von ihren Verfasserinnen auch meist so gesagt. Außerdem stammen die meisten Theorien aus dem angloamerikanischen Raum und sind daher in einem anderen Gesellschaftskontext zu sehen. Man kann nur immer in „Anlehnung an“ pflegen. Besser sind Modelle mittlerer Reichweite (middle-range-theorie). Sie sind für die Praxis besser anwendbar. Leider gibt es kaum Übersetzungen. Sie kommen ebenfalls sehr oft aus dem angloamerikanischen Raum oder aus Skandinavien. Hier geht es z. B. um „Schmerzmanagement“ oder „Friedvolles Lebensende“. Man sollte Lehrpersonen darauf ansprechen und diese einfordern.

  • Ich quäle mich gerade mit diesem schwerverdaulichen Examenshappen!
    Grausam! Einfach nur Grausam diese „Theorie von der Theorie“ auch Meta-Theorie genannt……Dazu sagt man dann „professionelle Pflege“

    DANKE für die Erklärung.