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US-Unternehmen PillPack vereinfacht die Medikamenteneinnahme

Inhalt des PillPack-Pakets
PillPack ist eine Online-Apotheke, die ihren Kunden ihre Medikamente alle zwei Wochen per Post zuschickt. Jedoch werden die Medikamente nicht in ihrer Standardverpackung verschickt, sondern sie werden bereits von PillPack gestellt und für jeden Einnahmezeitpunkt in einzelne kleine Plastikbeutel verpackt.

Es gibt viele Patienten, die auf Grund einer chronischen Erkrankung ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen. Sei es die tägliche Aspirin und Plavix nach der Bypass-Operation, die tägliche Simwa zur Cholesterinsenkung oder auch das morgendliche L-Thyroxin bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Schnell können das täglich eine Vielzahl an Tabletten werden. Diese müssen vorrätig sein, gestellt werden und zur richtigen Zeit eingenommen werden. Für viele Patienten ist dies sehr aufwändig und es kann schnell zu Medikamentenverwechslungen kommen oder Medikamente werden auch gerne mal selbstständig abgesetzt, da der Aufwand zu groß ist.

Um dieses ganze Vorgehen zu vereinfachen, hat sich die US-Firma PillPack etwas einfallen lassen. PillPack ist eine Online-Apotheke, die ihren Kunden ihre Medikamente alle zwei Wochen per Post zuschickt. Jedoch werden die Medikamente nicht in ihrer Standardverpackung verschickt, sondern sie werden bereits von PillPack gestellt und für jeden Einnahmezeitpunkt in einzelne kleine Plastikbeutel verpackt. Die kleinen Beutel hängen chronologisch als eine lange Kette zusammen und können bequem aus einem Dispenser genommen werden.

Toll finde ich die Designsprache des Unternehmens: alles ist sehr klar und übersichtlich. Jeder einzelne Tablettenbeutel ist mit mit dem Einnahmedatum und -zeitpunkt versehen und mit den beinhalteten Tabletten beschriftet. Ausserdem ist auf der Dispenserbox ein Foto jeder enthaltenen Tablette zu sehen mit dem Dosierungshinweis.

PillPack_Medication_List
Medikamentenliste mit Tablettenfoto

Bis jetzt operiert das Unternehmen nur in den USA und dort noch nicht einmal in allen Bundesstaaten. Aber ich würde es trotzdem gerne sehen, wenn es diese Geschäftsidee auch nach Deutschland schaffen würde, da das Problem, welches PillPack versucht zu lösen, auch in Deutschland besteht.

Was haltet ihr von der Idee und Umsetzung von PillPack?

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Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

4 Kommentare

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  • Hallo :)
    In Österreich gibt es das schon seit ca. 2 Jahren. Eine wiener Apotheke bietet das für einige Altenheime an. Ob es so einen Dienst auch für Privatpersonen gibt, kann ich leider nicht sagen. Es hat natürlich Vor- und Nachteile. Erfolgt eine Änderung der Medikation so muss dies bis zu einem gewissen Zeitpunkt bekannt gegebenen werden, weil sonst die Ware 200 km nicht rechtzeitig ankommt. Vom Handling her ist die Verpackung oftmals recht ungeschickt, also wieder nicht 100% geeignet für Personen mit feinmotorischem Handycap. Aber die Idee an sich ist sicher nicht schlecht.

  • Hier in der Niederlande gibt es das auch. Ich sehe viele Patienten, die im betreuten Wohnen leben und diese ins Krankenhaus mitbringen.
    Eine Änderung der Medikation ist natürlich schwierig.
    Ich selbst finde es auch im Krankenhausalltag sehr gut, da besonders seltene oder teure Medikamente nicht extra bestellt werden müssen.

  • Hallo :)
    also im Raum Hamburg sowie in Berlin gibt es mehrere Dienstleister die seit Jahren diese Angebote in Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten anbieten. Multidos Hamburg oder BerlinBlister um mal für jede Region einen zu nennen.
    Spannendes Thema, nur wie Leylie schon anmerkte ist die Verblisterung in Tüten meist ohne Hilfsmittel nicht zu öffnen.
    Großer Vorteil: nicht endlos viele Packungen in irgendwelchen Schubladen und Schränken und jeweils nur der Bedarf protioniert.
    Gruß

  • Das stimmt allerdings – das ständige nachschauen und gucken, ob seltene Medikamente vorhanden sind bzw. dann die Suche/Organisation nach ihnen ist schon sehr zeitaufwendig und könnte durch ein funktionierendes EDV-System deutlich vereinfacht werden.