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Die hohe Kunst des Hoch-Tief-Schwenkeinlaufs
Gibt es eine Meisterdisziplin unter Krankenschwestern und Krankenpflegern?
*Trommelwirbel*
Ja, es gibt sie: es ist die hohe Kunst des Hoch-Tief-Schwenk-Einlaufs.
Sollte einmal der Fall eintreffen, dass ein Patient im Krankenhaus über mehrere Tage keinen Stuhlgang mehr hatte und Ernährungsberatungen, Bewegung, Darmmassagen und orale Laxantien keinen Erfolg gebracht haben, so ist die Zeit gekommen für den sagenumwobenen Hoch-Tief-Schwenkeinlauf.
Meist gibt es auf jeder Station einen Spezialisten für diese Tätigkeit, der jede Stuhlblockade durchbrechen kann und die Zusammensetzung seiner Einlaufflüssigkeit so gut hütet, wie McDonalds das Geheimrezept ihrer BigMac-Soße (der geneigte Leser sieht ggf. auch hier einen Zusammenhang).
Ist nun die Zeit gekommen, dass der Herr Darmreinigungs-Spezialist gerufen werden muss, wird für ihn der rote Teppich auf Station ausgerollt, auf welchem er dann zum Patientenbett schreitet, in seinen Händen ein in Vaseline getränktes Darmrohr, gehalten wie ein Zepter, und in der anderen Hand die Spülflüssigkeit, angerichtet nach einem, seinem Spezialrezept. Man munkelt, dass es sich um eine Mischung aus lauwarmen Wasser ggf. Kochsalzlösung und diversen Klysma-Flüssigkeiten oder Sorbitol handelt.
Liegt der Patient bequem auf der linken Seite wird eine angemessene intime Atmosphäre hergestellt: die sechsköpfige Familie des Mitpatienten wird höflichst gebeten die Tribüne zu räumen und das Zimmer kurzzeitig zu verlassen. Hilfreich ist da immer der Kommentar, dass in Zimmer 3 gerade reanimiert wird und die ersten Rippen schon gebrochen sind – da kommt Wallung in die Krankenhausbesucher und oft vernimmt man nur noch ein verärgertes Geraune der eilenden Besucher, dass sie die Videokamera Zuhause vergessen haben.
Ist das Darmrohr sanft im Rektum platziert worden, kann es mit dem Geschwenke losgehen: zuerst lässt der Darmpfleger ca. 1,5 Liter des guten Gemisches in die Gedärme des obstipierten Patienten laufen, um es dann wieder, durch herunterhalten des Beutels, zurückfließen zu lassen. Und dieses Hoch-Tief wiederholt er so lange, bis ihm die Farbe des Gemisches zusagt und genügend Flatulenzen den Darm verlassen haben.

Durch diese Art der Irrigation sollte eigentlich jede Stuhlblockade durchbrochen werden können, denn die geheime Zusammenstellung der Spülflüssigkeit tut ihr übriges dazu, damit der Darm sich aber auch von allem verabschiedet.
Und jetzt zur Beruhigung aller zukünftigen Patienten eines Krankenhauses: der Schwenkeinlauf kommt nur sehr, sehr selten zum Einsatz – in meiner 3 jährigen Ausbildung durfte ich bis jetzt einmal Teihaben an dieser Zeremonie der Meisterdiziplin.
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5 Comments to “Die hohe Kunst des Hoch-Tief-Schwenkeinlaufs”
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- @Nerdpfleger nice! in reply to Nerdpfleger 4 days ago
- Guten Morgen!!! NAchtdienst gleich geschafft, dann geht's nach Hause ins Bett!! Oleh 4 days ago
- @catchkathi CVVH läuft wie am Schnürchen, RR stabil, Beatmung momentan problemlos - alles schick :) in reply to catchkathi 4 days ago
- @catchkathi hallo, hallo Kollegin! Ist denn alles ruhig? in reply to catchkathi 4 days ago
- @Konzertharfe Vielen Dank! Bis jetzt ist noch alles ruhig... in reply to Konzertharfe 4 days ago
- Ich geh dann mal Fenta aufziehen... #Perfusor #Nachtdienst 4 days ago
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Wenn’s Ärschle brummt, ist’s Herzle gesund!
Ja, auch ich oute mich als Einlauf-Freak. Ich habe sogar schon mal derart effektiv damit einen Ileus behoben, daß dem Patienten noch um Mitternacht die Haare gewaschen mußten. Nicht übertrieben! Die Kollegin war ziemlich sauer auf mich. :-D
Tja, wenn man schonmal ran muss, dann aber auch richtig! Verrätst Du uns denn deine geheime Mischrezeptur?
Lieber nicht….
Ich hätte es nicht schöner beschreiben können :D … aber bei den meisten Patienten hilft ja auch schon ein ordinäres Klysma, das auch eine gewisse Hebe-Senk-Funktion hat, nech. ;-)