Anatomie

Ohren … Hören … wie funktioniert das überhaupt?

So, jetzt geht es um das Ohr. Wie klappt das eigentlich mit dem Hören und welche Strukturen verbergen sich eigentlich hinter der wabbligen Ohrmuschel? Hammer, Amboß und Steigbügel – was haben die in meinem Ohr zu tun?

Das sind nur einige Fragen, die Du durch weiteres Lesen bald selbst beantworten kannst. Also gib gut acht!

Die Ohrmuschel (Auricula) gehört zum äußeren Ohr (Auris externa), ist trichterförmig und dient dem Auffangen von Schallwellen. Den äußeren Rand der Ohrmuschel nennt man Helix, der gegenüberliegende Rand Antehelix und die Erhabenheit vor dem Eintritt in den Gehörgang schimpft sich Tragus.

Krabbeln wir nun in den Gehörgang (Meatus acusticus), so stapfen wir über mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel, welches von vielen Häarchen behaart ist. Für die Geschmeidigkeit im Gehörgang sorgt der Ohrenschmalz (Zerumen), der von den Glandulae ceruminosae gebildet wird. Der Gehörgang ist ungefähr 2 ½ cm lang beim Erwachsenen und leitet die Schallwellen weiter.

Aber wohin? Ach ja genau, auf das Trommelfell (Membrana tympani). Das Trommelfell bildet die äußere Wandung zum Mittelohr, welches direkt nach dem Trommelfell mit der Paukenhöhle (Cavum tympani) beginnt. Das Trommelfell dient desweiteren der Umwandlung von Schallwellen in mechanische Bewegungen. Und hier kommt jetzt schonmal der Hammer zum Einsatz: der Stiel des Hammers liegt nämlich von der Mittelohrseite her dem Trommelfell auf.

Noch kurz etwas zum Mittelohr: es ist luftgefühlt und steht über die Tuba auditiva mit dem Rachen (Nasopharynx) in Verbindung. Stichwort: Druckausgleich!

Und jetzt zu unseren Schallwellen. Die Schallwellen treffen also auf unsere Membrana tympani und versetzen diese in Schwingung. Diese Schwingungen werden nun über Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes) zum ovalen Fenster (Fenestra vestibuli) übertragen. Die drei Gehörknöchelchen (Ossicel) stehen in alle 3 Ebenen des Raums, bilden ein Hebelsystem und verstärken die Schwingungen um das 3-4fache. Schallwellen mit einer großen Amplitude werden durch das Hebelsystem zu Schallwellen mit kleiner Amplitude und großer Kraft umgeleitet.

Zur Stabilität und zur Dämpung des Schalldruckes helfen noch zwei Muskeln: Musculus tensor tympani und Muskulus stapedius.

Und wie geht es am Fenestra vestibuli weiter? Hinter dem ovalen Fenster befindet sich das sogenannte Innenohr, mit der Hörschnecke (Cochlea) und dem Gleichgewichtsorgan. Es ist eine in den Knochen „eingegrabene“ Form, eine Art knöcherndes Labyrinth (gefüllt mit Perilymphe), welches mit einer Haut ausgespannt ist, dem häutigen Labyrinth (gefüllt mit Endolymphe).

Die Hörschnecke (Cochlea) enthält drei unterscheidbare  Räume, die Vorhoftreppe (Scala vestibuli), den Schneckengang (Ductus cochlearis) und die Paukentreppe (Scala tympani). Die Vorhoftreppe geht an der Schneckenspitze (Helicotrema), nach ca. 2 ½ Umdrehungen, in die Paukentreppe über.  Scala vestibuli und tympani sind mit Perilymphen gefüllt, Ductus cochlearis mit Endolymphe.

Der Schneckengang, der zwischen den beiden Treppen liegt, besitzt zu unterst, zur Paukentreppe hin, eine Basilarmembran (Lamina basilaris) und zur Vorhoftreppe hin, nach oben, die Reissner-Membran.

Auf der Basilarmembran befinden sich durch den ganzen Ductus hindurch sogenannte Stereozilien (Sinnenhäarchen), welche in eine gelartige Substanz, in die Membrana tectoria, hineinragen. Die Zilien sind gekoppelt mit bipolaren Nervenzellen, welche den Hörnerv (N. cochlearis/ N. acusticus) bilden.

Hören:

  1. Schallwellen auf ovales fenster (Fenestra vestibuli)
  2. Wellen in Scala vestibuli (Perilymphe) bis Helicotrema und weiter in Scala tympani (Wellen verlaufen in gegengesetzte Richtungen)
  3. Wellen werden auf Dustus cochlearis übertragen, die Endolymphe kommen in Bewegungen und somit auch die Membrana tectoria und dadurch Reizung der Stereozilien
  4. Aktionspotentiale werden ausgebildet und über Neurite zum Hörnerv geleitet

Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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