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Wie klappt das eigentlich im Magen?

Kurz zum Einstieg: der Magen (Gaster) ist ein beutelförmiges Hohlorgan, welches sich unterhalb des Zwerchfells im linken Oberbauch befindet. Von der Größe her ist er etwa 15-20 cm lang und misst ungefähr 8-10 cm in der Breite. Von oben kommt die Speiseröhre (Oesophagus) und am Ende geht es weiter mit dem Zwölf-Finger-Darm (Duodenum).

Und welche Aufgabe hat der Magen? Viele denken vielleicht, dass es schon im Magen um Verdauung und Nährstoffaufnahme geht. Doch das ist leider nur bedingt richtig – es geht vorerst um die Vermengung der zugenommen Nahrung und um die Einleitung der Verdauung.

Was passiert denn nun, wenn die Nahrung, bereits zermahlen von unseren Zähnen, in unseren Magen gelangt?

Der Speisebrei verbleibt in der Regel für mehrere Stunden (1-5 Stunden) im Magen und wird dort hin-und herbewegt, dabei chemisch zerkleinert und verflüssigt und dann schubweise in den Dünndarm befördert. Der Magensaft, der für die Zersetzung zuständig ist, besteht aus Wasser, Schleim, Salzsäure und Pepsin, einem eiweißspaltendem Enzym.

Die Bildung und Sekretion des Magensaftes hängt von 3 Faktoren ab:

  1. reflektorischer bzw. nervöser Faktor: wir sehen, riechen oder schmecken etwas leckeres und schon vermittelt der Nervus vagus, dass doch bitte die Magendrüsen Magensaft produzieren und ausschütten sollen.
  2. lokaler oder gastrischer Faktor: wir haben gerade begonnen unseren Döner zu essen, der Speisebrei wird durch die Speiseröhre in unseren Magen transportiert und der Magen dehnt sich und wird sowohl mechanisch als auch chemisch stimuliert. Durch diese Stimulation wird der hormonähnliche Stoff Gastrin produziert, welcher über den Blutweg zu anderen Teilen des Magens gelangt und dort die Produktion von Salzsäure (findet in den Belegzellen statt) anregt.
  3. intestinaler Faktor: dieser Faktor hat was mit dem Feedback de Dünndarms zu tun – je nach dem wie der Speisebrei im Duodenum ankommt, wird die Magensaftproduktion entweder hormonell gehemmt (durch Sekretin) oder gefördert (Gastrin).

Tja, und wenn alles gut vorbereitet ist, wird der Speisebrei durch Kontraktionen der Magenmuskulatur weiter durch den Magenpförtner, dem sogenannten Pylorus, in den Zwölf-Finger-Darm verschoben.

Häufige Magenerkrankungen sind:

  • Magenverstimmung (Dyspepsie)
  • Hyperchlorhydrie (zuviel Magensäure)
  • Gastritis
  • Magengeschwür
  • Pylorusstenose
  • Zwerchfellhernie
  • gutartige Geschwulste
  • Krebs

Zu den einzelnen Krankheiten werden in Kürze Beiträge folgen.

Wenn ihr noch Fragen oder Ergänzungen zu den Vorgängen habt, so hinterlasst doch einfach einen Kommentar!

Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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