Klinikalltag

Roboter im OP – der DaVinci-Roboter

Vor zwei Wochen wurde bei der Sectio Chirurgica mit ihm operiert und man konnte live zuschauen. Auch bei Greys Anatomy hatte er schon einen Auftritt. Um wen handelt es sich?

Wie die Überschrift es schon verrät, handelt es sich um das innovative Operationssystem „da Vinci“.

Sowohl das fiktiven Seattle Grace Hospital als auch die Uni Tübingen nutzen das da Vinci-System. Auch das Prostatazentrum Nordwest (PZNW) in Gronau nutzt das revolutionäre Operationsverfahren, welches mit dem da Vinci-Operationssystem möglich ist.

DaVinci

Was ist das da Vinci-Operationssystem?

Der „da Vinci“-Operationsroboter wurde im Jahre 2000 in den USA zugelassen und mit ihm können minimalinvasive und komplexe Operationen durchgeführt werden.

Das System besteht aus dem Roboter selbst, der 4 Arme besitzt, von denen 3 Werkzeuge halten können wie ein Skalpell, Pinzetten oder Scheren. Der vierte Arm ist eine endoskopische Kamera, welche Aufnahmen vom OP-Feld an die Operateur-Konsole sendet.

Die Operateur-Konsole ist der zweite Teil des da Vinci-Systems. Hier sitzt der Operateur und steuert die Arme des Roboters. Dafür schaut er durch ein Sichtfenster und sieht ein hochauflösendes, vergrößertes und dreidimensionales Bild seines OP-Gebietes. Die Arme des Roboters werden mit kleinen Joysticks gesteuert.

Was sind die Vorteile des da Vinci-Systems?

Ein Punkt wäre die verbesserte Optik, da der Operateur an seiner Konsole ein 10-20fach vergrößertes 3D-Bild erhält und somit deutlich präziser operieren kann.

Ein weiterer Punkt sind die Instrumente, welche deutlich kleiner sein können, jedoch einen deutlich größeren Bewegungsradius haben, im Vergleich zum Handgelenk des Operateurs bei offenen Operationen.

Durch die Unterstützung der Technik werden die Bewegungen des Operateurs rechnergestützt optimiert und das natürliche Zittern der Hand wird ausgeglichen.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass jede Bewegung und Aktion des Roboters vom Operateur gesteuert wird – jede Entscheidung wird von Operateur durchgeführt.



Das Prostatazentrum Nordwest (PZNW) in Gronau hat als Schwerpunkt die Behandlung des Prostatakrebs und hat sich auf die roboterassistierte vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) mit dem da Vinci-System spezialisiert. Hier wurden seit 2006 bereits über 5000 Operationen mit dem da Vinci-System durchgeführt und somit zählt es zu den weltweit größten Zentren für die roboterassistierte Prostatektomie.

Screenshot PZNW

Angeschlossen an das PZNW ist das European Robotic Institute (ERI). Hier können Operateure auch eine Art „Führerschein“ für das da Vinci-System machen, welcher eine theoretische und praktische Prüfung umfasst. Somit ist sichergestellt, dass der Inhaber des „Führerscheins“ verstanden hat, wie der Roboter funktioniert und über Grundtechniken verfügt. Durchgeführt wird das Training und die Prüfung an Simulatoren, so wie es aus der Luftfahrt bekannt ist.

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Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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