Klinikalltag

Intensivleben – Nummer 2

Gestern hatte ich meinen ersten Spätdienst und mein Anleiter hat mich gleich zu Beginn gefragt, ob ich schonmal bei eine Reanimation dabei gewesen wäre. Das war ich seit dem ich in der Pflege arbeite noch nicht, abgesehen von der Reanimations-Übung auf der Schulstation. Er hat mich nach der Rea gefragt, da er Rea-Pfleger ist und im Falle einer Reanimation auf irgendeiner peripheren Station im Haus mit dem Rea-Team mitläuft. Und falls das Rea-Telefon klingeln sollte, sollte ich nun natürlich auch mitlaufen.

Und wie es der Zufall so wollte, hat es keine halbe Stunde geklingelt und das Rea-Team wurde auf die radiologische Station des Hauses gerufen. Das hieß für uns einmal quer durch’s Haus im Laufschritt inklusive Defillibrator und Intubationstasche.

Als wir dann auf Station ankamen, fanden wir eine ältere Patientin vor, zunehmend zyanotischer jedoch mit noch akzeptabler Herzfrequenz und RR. Patienten war auf Station auf Grund eines Oesophagus-Ca und es wurde von einem Arzt der Verdacht geäußert, dass der Tumor ggf. zur Trachea durchgebrochen sein könnte. Nachdem der Defi zur Vitalzeichenkontrolle angeschlossen war, wurden schnell Zugänge gelegt, derweilen wurde die Patientin mit dem Ambu-Beutel beatmet, mit Ethomitat und Dormicum sediert und kurzerhand intubiert.

All das ging relativ schnell und dann wurde schon die Reise zurück auf unsere Station in Angriff genommen – wieder im Laufschritt. Dort angekommen wurde die Patientin an die Beatmungsmaschine angeschlossen und weitere Schritte wurden eingeleitet wie z.B. die Anmeldung zur Endoskopie, etc. Was weiter geschah, konnte ich bis jetzt noch nicht weiterverfolgen, da wir ja eigene Patienten hatten, die natürlich auch versorgt werden mussten.
So, das war nun mein erster Lauf mit dem Rea-Team und ich bin mal gespannt, ob noch weitere Läufe folgen werden, da die heutige Patientin ja nicht wirklich Rea-pflichtig war.

Wir werden sehen und ich werde berichten…

Foto von vernon_dutton mit einer Creative Commons-Lizenz.

Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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