Klinikalltag

Keine Lust auf sauer – Protonen-Pumpen-Inhibitor

Omeprazol, Pantozol, Nexium, etc. - Protonen-Pumpen-Hemmer (PPI) genauer erklärt.

Der Magen ist sauer. Sogar ziemlich sauer und zwar mit einem pH-Wert zwischen 1-2. Und das ist nun wirklich sauer.
In manchen Fällen ist es notwendig, dieses saure Milieu im Magen etwas zu neutralisieren, um Schlimmeres zu vermeiden. Und um dies zu bewerkstelligen bedient man sich Protonen-Pumpen-Inhibitatoren (PPI’s).

Wie kommt es überhaupt zu diesem sauren Mileu im Magen?

In unserer Magenschleimhaut befinden sich sogenannte Belegzellen, welche unter anderem die Aufgabe haben Salzsäure (HCl) zu produzieren. Dabei wird zuerst über ein Enzym (ATPase) Wasser und Kohlendioxid in Kohlensäure umgewandelt, welche dann durch ein weiteres Enzym (Carboanhydrase) in Protonen und Hydrogencarbonat aufgespalten wird. Die aus dieser Reaktion entstanden Protonen (H+) reagieren nun mit aus dem Blut entnommen Chloridionen (Cl) und es ist wunderbar saure Salzsäure entstanden, welche dann durch die Belegzellen in den Magen sezerniert also abgegeben wird.

Und genau in diesen Wirkmechanismus greifen nun Protonen-Pumpen-Hemmer ein. Als Medikament werden sie entweder intravenös (i.v.) oder in Tablettenform (per os) gegeben. Da der Wirkstoff über die Blutbahn zu den Belegzellen im Magen gelangen soll, ist es nötig, dass die Tabletten magensaftresistent sind und der Wirkstoff erst im Dünndarm resorbiert wird.

Protonen-Pumpen-Inhibatoren sollten in folgenden Fällen zum Einsatz kommen:

  • Refluxösophagitis– hierbei handelt es sich um das sogenannte Sodbrenne.Hierbei folgt der Magensaft nicht der Schwerkraft, sondern er läuft in die Speiseröhre zurück. Dadurch kommt es dort zu Reizungen durch den sauren Saft und somit zu einem brennenden, enzündeten Empfinden.
  • Gastritis – bei einer Entzündung des Magens soll die Heilung durch ein Herabsetzen des sauren Niveaus begünstigt werden.
  • Ulcus im Magen (ventriculi)– Bildung eines Magengeschwürs und verbesserte Heilung durch Einsatz von PPI’s.
  • bei Gabe von Glucocorticoiden (Kortison) wie z.B. Fortecortin (Dexamethason) oder Prednison, da es bei längerer Therapiedauer zu einer Degeneration der Magenschleimhaut kommt.
  • bei Tumorgeschehen wie z.B. einem Gastrinoma, welches vermehrt das Hormon Gastrin ausschüttet, welches den Belegzellen mitteilt mehr Salzsäure zu produzieren.
  • bei GI(gastro-intestinalen)-Blutungen – Ziel ist hierbei wieder die verbesserte Wundheilung in einem säureverminderten Niveau.
  • bei einer Infektion mit Helicobacter pylori
  • bei Gabe von NSAR (Nichtsteroidales Antirheumatikum) sollte auf die Gabe eines PPI geachtet werden zur Ulcus-Prophylaxe. Zu den NSAR gehört z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Aspririn, Metamizol oder auch Naproxen.

Medikamente:

Es gibt insgesamt 3 Hauptgruppen von PPI’s, welche sich in ihrem Wirkstoff unterscheiden:

  1. Lansoprazol– z.B.: „Agopton® 15 mg/-30 ml“ oder „Lansoprazol HEXAL® 15 mg/-30 mg magensaftresistente Hartkapseln“
  2. Omeprazol/Esomeprazol – z.B.: „Nexium® mups 20 mg/-40 mg magensaftresistente Tabletten“ oder „Omeprazol-ratiopharm® -40 mg Infusionslösung“
  3. Pantoprazol – z.B.: „Pantozol® 20 mg/ 40 mg“ oder „Pantozol® i.v.“

Nebenwirkungen:

Details entnehmt bitte dem Beipackzettel des jeweiligen Medikaments. Ich beschränke mich jetzt nur auf die, die häufiger vorkommen:

  • Nebenwirkungen im Gastrointestinaltrakt können Oberbauchbeschwerden, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen sein.
  • Nebenwirkungen die das Nervensystems betreffen können Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen (Verschwommensehen) sein.

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Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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