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Was ist der Blutdruck?

Definition: Kraft, die das Blut auf die Gefäßwände der Arterien und Venen ausübt.

Die Messung des arteriellen Blutdrucks, und nur der wird in der Regel als „Blutdruck“ bezeichnet und gemessen, kann entweder zentral (blutig) oder peripher mit Hilfe von Manschette und Stethoskop gemessen werden. Gemessen wird der Blutdruck in mmHG.

Normwerte:

Alter Normwert
beim Erwachsenen 120/80
Neugeborene 60/30
bis 1 Jahr 90/50
Schulkind 100/60
12-15 Jahre 110/70

Physiologische Grundlagen

Der Blutdruck im menschlichen Kreislauf wird durch die Kontraktion des Herzens aufrecht erhalten und unterliegt den Schwankungen der Systole und Diastole.

Zum Zeitpunkt der systolischen Auswurfphase, der Moment in dem das Blut aus der linken Kammer in die Aorta geworfen wird, erreicht der Blutdruck sein Maximum. Dies ist der systolische Blutdruck.

Sein Minimum erreicht der Blutdruck, kurz bevor die Aortenklappe wieder geöffnet wird. Der Druck, der zu dem Zeitpunkt in den Gefäßen herrscht, ist der minimalste Druck auf die Gefäße und wird als diastolischen Blutdruck bezeichnet.

Der höhere Wert bei der Blutdruck-Messung ist immer der systolische Wert und der niedrigere der diastolische Wert.

Die Differenz die entsteht, wenn man den diastolischen Wert von dem systolischen Wert abzieht, nennt man Blutdruckamplitude.

Der Normwert für die Blutdruckamplitude liegt bei 40 mmHG. Abhängig ist sie von der Beschaffenheit und Elastizität der Gefäße.

Aus den beiden ermittelten Werten lässt sich ein weiterer Wert ermitteln und zwar den mittleren arteriellen Blutdruck (MAD, „Mitteldruck“).

Er ist ein rechnerischer Annäherungswert an das Drucklevel, mit dem die Organe perfundiert werden. Der MAD sollte nicht unter 40mmHG fallen, da sonst die Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden, ihre Funktion beeinträchtigt wird und es zu Organschädigungen kommen kann.

Formel zum Berechnen des MAD:

\frac{\left( \left( diastolischer\; Druck\; x\; 2 \right)\; +\; systolischer\; Druck \right)}{3}

Abhängig ist der Blutdruck von:

  • Beschaffenheit der Gefäße
  • der Herzkontraktion
  • der Blutmenge
  • Grad der körperlichen Aktivität
  • der Tageszeit

Besteht eine Druckdifferenz zwischen der rechten und der linken Seite beim Messen, so nennt man dies Seitendifferenz.

Messtechnik

  • auskultatorisch – Korotkow
  • palpatorisch – Riva Rocci
  • oszillometrisch – Dinamap, Critikom
  • blutige Messung – arteriellen Katheter

Im Pflegealltag auf der Normalstation ist die häufigste Methode die auskultatorische mit Manschette und Stethoskop. Auf der Intensivstation wird entweder blutig über einen arteriellen Zugang mit Druckmesssystem gemessen oder automatisch mit der oszillometrischen Methode.

Wer gerne auch Zuhause den Blutdruck messen möchte, findet entsprechende automatische Blutdruckmessgeräte zu günstigen Preisen z.B. bei plus.de (hier).

Messempfehlungen:

  • Messung soll für eine Verlaufskontrolle regelmäßig morgens und abends gemessen werden, möglichst zur gleichen Uhrzeit
  • vor der Einnahme der ggf. vorhandenen Blutdruckmedikation
  • die Messmanschette soll sich auf Herzhöhe befinden
  • wenn möglich immer am gleichen Arm messen (bei vorhandener Seitendifferenz immer am Arm, der die höheren Werte liefert)
  • auf die richtige Manschettengröße achten
  • es muss nicht am nackten Arm gemessen werden (dicke Kleidung sollte jedoch abgelegt werden)

Und wenn ihr Euch unsicher seid, wann die Händedesinfektion beim Blutdruckmessen durchzuführen ist, dann frischt Euer Wissen doch noch einmal bei dem Spiel „5 Momente der Händedesinfektion“ auf.

Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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