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Bauchmuskeltrainer Slendertone ausprobiert

Bauchmuskeln durch das einfache Anschnallen eines Gürtels? Ich habe definitiv zu den Skeptikern gehört. Hab sogar Witze über solche Gerätschaften gemacht und vorgeschlagen, dass es wahrscheinlich effektiver ist, wenn man sich das Gerät um den Kopf schnallt…

Als ich jedoch die Möglichkeit bekommen habe, den Bauchmuskeltrainer von Slendertone zu testen, war ich wirklich gespannt auf die Effektivität und Funktionsweise. Und wollte es unbedingt testen, um meine Meinung zu stärken bzw. zu revidieren. Erst wenn man etwas wirklich ausprobiert hat, sollte man sich seine Meinung dazu bilden.

Der Slendertone ist ein Bauchmuskeltrainer, der über elektrische Impulse die Bauchmuskeln zum kontrahieren bringt und dadurch trainiert. Eine Trainingssession dauert zwischen 25 – 30 Minuten und die Stärke der Kontraktionen bzw. der elektronischen Impulse kann man selbst auswählen.

Am Gürtel befindet sich eine Steuereinheit, die gleichzeitig auch den Akku beinhaltet, über welche man sein Trainingsprogramm sowie die Stärke von 0 – 150 einstellen kann. Außerdem kann man mit ihr jederzeit das Training unterbrechen und Statistiken über den bisherigen Trainingsverlauf einsehen.

Zum Aufladen des Trainers wird die Steuereinheit über einen Stecker vom Gürtel getrennt und an ein Ladegerät angeschlossen.

Funktionsweise

Auf dem Gürtel befinden sich Metallstifte, auf welche man bei der ersten Verwendung des Gerätes drei Gelpads klebt. Mich erinnern sie stark an die Klebe-Pads für Defibrillatoren.

Über die Metallstifte und dann die Gelpads werden elektrische Impulse ausgesendet, welche die Nerven aktivieren, die für die Innervation der Bauchmuskeln verantwortlich sind. Durch die Innervation kommt es dann zum rhythmischen Kontrahieren der Bauchmuskeln. Diese Form der elektrischen Muskelstimulation (EMS) nennt Slendertone „Concentrated Slendertone Innervation“ und sie haben diese Technologie auch patentiert.

Durch die Platzierung der drei Gelpads ist eine Stimulation der folgenden Muskeln möglich: M. rectus abdominalis (gerader Bauchmuskel), Mm. obliquus externus et internus abdominis (schrägen Bauchmuskeln) und den tiefliegenden queverlaufenden Bauchmuskel: M. transversus abdominis.

Durch die Steuereinheit kann man zwischen 10 Programmen wählen. Dabei sind 7 passive Programme und 3 aktive Programme, welche man wählen kann, während man Sport macht.

Die 7 passiven Programme sind in ihrer Intensität gestaffelt und sind somit vom Anfänger bis zum Profi geeignet. Die Dauer der Programme liegt zwischen 25 und 30 Minuten.

Meine Erfahrungen

Ich habe den Slendertone jetzt etwas über 1 Monat in der Verwendung. Schon einmal vorweg genommen: er bringt was und es ist nicht ohne!

Nach dem Anlegen des Gürtels schraubt man selbst die Intensität der Impulse mit Hilfe der Steuereinheit hoch. Bei mir beginnt es so bei 50 an zu kitzeln, angenehme Kontraktionen sind so bei 90 und anstrengend wird es bei Werten über 110.

In der Regel mache ich es so, dass ich so bei 80 starte und dann nach 10 Minuten auf 110 – 120 steigere und zum Schluss in den letzten Minuten auch die 150 auskoste.

In den ersten Tagen bin ich ziemlich zügig von den Programmen 1 bis 3 zu Programm 4 gesprungen und habe heute zum ersten Mal das Programm 5 getestet.

Durch Max habe ich aktuell so gut wie keine Zeit mehr für Sport, durch den Slendertone habe ich jedoch die Möglichkeit auch neben Haushaltstätigkeiten meine Bauchmuskeln zu trainieren. Heute habe ich z.B. während Programm 5 lief mit einer Intensität von ca. 120 Holz geholt und das Wohnzimmer gesaugt. Möglich ist das, auch wenn ich manchmal inne halten musste und die Kontraktion „wegatmen“ musste.

An das Gefühl, dass plötzlich elektrische Impulse an einem arbeiten, muss man sich erst gewöhnen, was jedoch gut möglich ist, da die Intensität individuell einstellbar ist.

Dadurch, dass ich recht schlank bin, liegen die Gelpads teilweise auch auf meinen Hüftknochen auf, und es kommt gelegentlich zu einem Kribbeln in den Beinen und einem Kontrahieren meiner Gluteaen (Pomuskeln). Ich finde das nicht weiter schlimm, kann mir aber vorstellen, dass manche dies als unangenehm empfinden.

Fazit

Slendertone wirbt damit, dass in einer klinischen Studie 100% der Benutzer von einem festeren und besser geformten Bauch berichteten, nach 4 – 6 wöchiger Anwendung. Dem kann ich nur zustimmen, wobei es auch auf der Hand liegt, dass dieses Ergebnis eintreten sollte: wenn ich bestenfalls 5 mal die Woche meine Bauchmuskeln für 30 Minuten anspanne – ob aktiv mit Crunches oder „passiv“ mit Hilfe des Slendertones – kommt es natürlich zu einem Trainings- und Anpassungseffekt der Bauchmuskulatur.

Unterm Strich zählt aber das Ergebnis und auch ich habe das Gefühl, dass sich durch die Anwendung des Slendertones sich meine Bauchmuskulatur gestrafft und gestärkt hat. Ich wäre auch mächtig böse, wenn nicht, denn die Anwendung ist auch anstrengend.

Begeistert bin ich davon, dass man den Gürtel auch anwenden kann, wenn man anderen Aktivitäten des täglichen Lebens nachgeht. Gerade wenn wenig Zeit vorhanden ist, um Sport zu machen oder den Bauch zu trainieren, so bietet der Slendertone eine echte Möglichkeit zur Kompensation dieses Umstands. Laut Slendertone entsprechen eine 20 minütige Anwendung ca. 120 Crunches.

In meiner bisherigen Testzeit ist mir aufgefallen, dass sich ins Besondere die seitlichen Bauchmuskeln mehr gestrafft haben.

Ich werde ihn auf jeden Fall weiter benutzen, gerade im Moment wenn ich eh wenig Zeit habe um Sport zu machen und mit dem Slendertone „nebenher“ meinen Bauch trainieren kann. Und auch später, wenn wieder mehr Zeit ist, ist er bestimmt eine gute Unterstützung für das reguläre Training.

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Der Slendertone liegt immer griffbereit in seinem mitgelieferten Aufbewahrungsbeutel.

Über den Autor

Matthias

Medizinstudent, Papa, (ehemaliger) Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation sowie leidenschaftlicher Blogger und Jogger.

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